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Mit mehr als 70.000 Einwohnern ist Brandenburg an der Havel die urbanste Stadt im sogenannten zweiten Ring vor den Toren Berlins. Sie ist nicht auf dem Reißbrett entstanden, sondern über 1.000 Jahre gewachsen. Infrastruktur, Bildung, Kultur, Gesundheits- und Vereinswesen haben sich hier traditionell um eine inspirierende Fluss- und Seenlandschaft herum entwickelt. Die Havelstadt hat historische Höhe- und Tiefpunkte erlebt. Doch die Zeiten des Verfalls sind längst vorbei. Brandenburg an der Havel hat in den vergangenen Jahrzehnten große Lücken gefüllt und sich neu gefunden. Vieles wurde neu geschaffen und noch immer bleibt Raum für Ideen.

Die Stadt im Land

Die Nähe von Brandenburg an der Havel zu Berlin und somit dem Puls der Großstadt schätzen nicht nur Pendler. Die Zugfahrt vom Berliner Hauptbahnhof dauert lediglich 46 Minuten. Bis zum Potsdamer Hauptbahnhof sind es nur 22 Minuten. Derzeit hält die Bahn im Halbstundentakt, ab 2023 hält der Regionalexpress alle 20 Minuten an unserem Hauptbahnhof.

  • Zugverbindungen
  • Fernstraßen
  • Havel-Radweg

Die Karte gibt lediglich einen Überblick und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Stadt im Überblick

Brandenburg an der Havel ist eine kreisfreie Stadt mit rund 230 Quadratkilometern Fläche. Derzeit leben hier rund 72.000 Menschen. Acht Stadtteile und ebenso viele Ortsteile werden von der Havel und zehn natürlichen Seen umspielt.

Die Karte gibt lediglich einen Überblick und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Stadtteile

Wohnungen im Stadtzentrum von Brandenburg an der Havel

Innenstadt

Die historische Mitte

Die drei historischen Stadtkerne Altstadt, Neustadt und Dom bilden die historische Innenstadt und umspielen das Blau der Havel. Bauten aus dem 12. bis 21. Jahrhundert treffen hier aufeinander. Kloster, Kirchen, Stadttürme und Dom, Uferterrassen, Parks und Bootsanleger, Museen, Theater, Kino, Einkaufszentrum, Kneipen, Eisdielen, Fachwerkhäuser, sanierte Stadthäuser sowie moderne Wohnhäuser. Das Herz der Stadt vereint Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeit.

Wohnen in Brandenburg im grünen Stadtteil Nord

Nord

Der urbane Ruhepol

Wenn in der Ruhe die Kraft liegt, dann ist dieser Stadtteil echt stark – da wirklich ruhig. Noch! Denn seit Jahren mausert sich Nord zu einem beliebten Wohnviertel – vor allem für Familien. Die Gründe? Großzügige Wohnungen zu angemessenen Mietpreisen, beliebte Schulen in unmittelbarer Nähe, viele Grünflächen und die Lage am Rand der Altstadt und am Fuß des Marienbergs. Hier grüßt dich die Omi auf der Straße und die Kids stippen ihre Angel in den alten Kanal.

Wohnen in Brandenburg an der Havel – Stadtteil Görden

Görden

Zuhause im Grünen

Die 8 km lange Laufstrecke rund um den Gördensee ist beliebt – so auch der Stadtteil. Den Anwohnern hat es der Vorstadtcharakter des historisch gewachsenen Stadtviertels angetan. Entlang der zentralen Achse des Gördens, der Gördenallee, ergeben sich in den zahlreichen Seitenstraßen Nachbarschaftsgespräche im Supermarkt, in der Schule, in der Kita, über den Gartenzaun oder auf einer Radtour. Mit dem Auto, der Straßenbahn oder dem Bus erreicht man zeitnah die Innenstadt.

Wohnen in Brandenburg – Stadtteil Ring

Ring

Das gründerzeitliche Tor zur Stadt

Der Ring ist ein Viertel für Freiheitsliebende. Zack – ist man im Zug auf dem Weg nach Berlin oder im historischen Stadtzentrum, um sich mit Freunden zu treffen. Und auf kurzen Wegen draußen in der Natur. Dieser Teil von Brandenburg an der Havel bildet das Eingangstor zur Havelstadt und ist zugleich verbindendes Element zwischen Innenstadt und Hauptbahnhof. Supermärkte, Schulen und eine top Verkehrsanbindung direkt vor der Haustür – vor nahezu jeder Haustür.

Wohnen auf dem Klingenberg – Wohnungen der wobra

Walzwerk / Klingenberg

Industrielles Herz mit Charakter

Wer die schlichte Schönheit der 1920er Jahre mag, wohnt hier richtig. Mit Grundsteinlegung des ehemaligen Stahl- und Walzwerkes entstanden zwei- bis dreigeschossige Wohnhäuser, Schrebergärten und Einfamilienhäuser umgeben von viel Grün und dem Quenzsee. Was früher die Kultur und das Leben bestimmte, kann heute im Industriemuseum nachempfunden werden. Die Christuskirche und das Stahlstadion – Heimat des FC Stahl Brandenburg – prägen den Stadtteil.

Wohnen in Hohenstücken – Blick auf einen Spielplatz

Hohenstücken

Junger Stadtteil im Aufbruch

Zugegeben, die erste Assoziation beim Stadtteil Hohenstücken lautet noch immer: Wohnen in der Platte. Doch so platt kann man das nicht stehen lassen. Hohenstücken ist ein Stadtteil im stetigen Wandel und Aufbruch. Hinzugekommen sind viele Freiflächen, freundliche Fassaden, Einfamilienhäuser und eine Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Kitas, Ärzten und Straßenbahnanbindung im Minutentakt. Geblieben sind unterschiedlich große Wohnungen zu günstigen Mieten.

Krakauer Vorstadt

Entfaltung mit Weitblick

Die wenigen Fahrrad-Minuten vom Zentrum in die Krakauer Vorstadt entschleunigen. Der Blick weitet sich. In diesem Stadtteil wird vor allem gewohnt – umgeben von Feldern und eingerahmt vom Beetzsee und der Havel. Es überwiegen Eigenheime, durch die das Mischgebiet aus Gewerbe- und Wohnland seinen Vorstadtcharakter bewahrt hat. Schnell vergisst man hier Zeit und Raum, wenn Sportboote und die Berufsschifffahrt ihren Weg durch die Vorstadtschleuse finden.

Eigene Scholle

Raum fürs Nebeneinander

Eulenbogen, Buchenweg, Am Rehhagen – die Straßennamen stehen für das Lebensgefühl auf der Eigenen Scholle. Nachbarn sind nicht nur die Familien in den Häusern nebenan, sondern auch die Lebewesen des Naturschutzzentrums Krugpark. In der größten Eigenheimsiedlung der Stadt Brandenburg verbringt man seine freie Zeit gern im eigenen Zuhause, im Garten oder in Wald und Wiesen. Der Weg in die Innenstadt ist von der Scholle zwar etwas länger, dafür beginnt der Spaziergang in der Natur unmittelbar vor der Haustür.

Ortsteile

Plaue

In Plaue scheint alles etwas kleiner: das Ortszentrum, die Pfarrkirche, die bunten Einfamilienhäuser der neobarocken Gartenstadt – und die Hektik. Unter der Alten Brücke hindurch schippern Fischer vorbei am Plauer Schloss mit seinem malerischen Schlosspark zu ihren Fischgründen. Kinder halten die Füße ins Wasser der Havel, die Eltern kümmern sich um den Garten vor dem Haus. Im Ortsteil schätzt man die Ruhe, die lediglich vom jährlich stattfindenden Fischerjakobi und von der B1 unterbrochen wird, die mitten durch Plaue schneidet.

Kirchmöser

Alteingesessene begegnen ihren neuen Nachbarn hier schon morgens beim Bäcker. Mit frischen Brötchen am Lenker führt der Weg entlang der Allee, vorbei an dem im Dornröschenschlaf liegenden Seegarten. In Kirchmöser treffen alte Industriegebiete mit neuer Nutzung auf verträumte Villen und denkmalgeschützte Backsteinbauten auf moderne Ein- und Mehrfamilienhäuser. Der Ortsteil ist gefragt – bei Familien, die genug von der Stadt haben, und Menschen, die es ins Grüne zieht. Durch eine Direktanbindung an die Zugstrecke des RE1 ist Berlin nicht fern.

Gollwitz

Gollwitz liegt an der B1 im Osten der Stadt Brandenburg. Doch der unmittelbare Nachbar ist auch hier die Natur. Blindschleichen schlängeln sich an der Havel entlang, Frösche quaken. Auf den Höfen spielen Kinder, Fahrradfahrer grüßen klingelnd. Durch die Ortschaft führt der Havelradweg, der gern von Ausflüglern, Touristen und Sportradlern genutzt wird. Auf der Straße kommen Anwohner in Austausch mit unterschiedlichsten Menschen, was auch der Arbeit der Begegnungsstätte Schloss Gollwitz zu verdanken ist.

Wust

In Wust lebt es sich beschaulich inmitten ländlicher Idylle. Das Bild der kleinen Ortschaft prägen Einfamilienhäuser und Bauernhöfe, in der Ferne kräht ab und zu ein Hahn. An dem Dorf vorbei, führt die B1. In der Nähe liegt das Einkaufszentrum Wust, der Indoor-Spielplatz Rappelkiste, ein Indoor-Tennisplatz sowie ein Kino. Doch von dem Treiben vor den Toren des Wohngebietes bekommen die Anwohner beim Kaffeetrinken unterm eigenen Kirschbaum nichts mit.

Klein Kreutz / Saaringen

Der Ortsteil mit den eingemeindeten Dörfern Klein Kreutz und Saaringen liegt östlich von Brandenburg an der Havel. Teils auf alten Weinbergen entstanden hier im Laufe der Zeit kleine Höfe, Ein- und Mehrfamilienhäuser. Auf den Feldern rundum haben sich Graugänse und Bussarde niedergelassen und in den Ortskernen jene, die ihre Ruhe suchen. Die Havel fließt entlang der Ortschaften und bietet viele Biotope für Tiere und Pflanzen aller Art.

Schmerzke

Die B1 im Südosten der Havelstadt trennt den Ortsteil in zwei Areale: Auf der einen Seite befinden sich Gewerbegebiete, auf der anderen Seite der alte Dorfkern und die stetig wachsende Schmerzker Eigenheimsiedlung. Schmerzke ist beliebt – bei den Anwohnern wegen der städtischen Nähe und des familiären Charakters, bei den Firmen wegen der großzügigen Flächen. Beide Gruppen schätzen die hervorragende Verkehrsanbindung an die A2.

Göttin

In Göttin, sechs Kilometer südlich von Brandenburg, verlangsamen ab und zu Reiter und Pferd der örtlichen Ranch den Durchgangsverkehr des Dorfes. Schließlich bieten die Wege entlang der weiten Felder und Wälder eine wunderbare Kulisse zum Ausreiten. Gewohnt wird hinter geklinkerter Fassade und in farbigen Einfamilienhäusern. Das gemeinschaftliche Leben gestalten die Anwohner im Dorf- und Kulturverein, bei der freiwilligen Feuerwehr, dem Sportfischerverein oder in der Kirchengemeinde.

Freiwillige Feuerwehr im Ortsteil Mahlenzien

Mahlenzien

Mahlenzien ist der kleinste Ortsteil der Stadt Brandenburg und ein Dorf, in dem die Welt noch in Ordnung scheint. Jeder kennt jeden und alle packen an – gerade, wenn es einen Grund zum Feiern gibt. In Mahlenzien schickt man den Nachwuchs zur Jugendfeuerwehr, kommt am Gartenzaun mit dem Nachbarn ins Quatschen und schaut etwas genauer hin, wenn ein fremder Wagen auf der Dorfstraße vorbeifährt. Umgeben von dichtem Mischwald ist Mahlenzien eine Insel, an der die Hektik der Stadt vorbeifließt.

Impressionen

Blick auf die Sankt Annen Galerie

Blick auf die Sankt Annen Galerie

Am Theaterpark

Am Theaterpark

Sankt-Annen-Promenade

Sankt-Annen-Promenade

Industriekultur entlang des Quenzweges

Industriekultur entlang des Quenzweges

Blick von der Innenstadt Richtung Nord

Blick von der Innenstadt Richtung Nord

Entlang der B1

Entlang der B1

Wanderweg im Ortsteil Kirchmöser

Wanderweg im Ortsteil Kirchmöser

An der Nähtewinde

An der Nähtewinde

Blick auf den Fontane-Klub

Blick auf den Fontane-Klub

Blick auf den Neustädtischen Mühlentorturm

Blick auf den Neustädtischen Mühlentorturm

Sonnenuntergang auf der Havel

Sonnenuntergang auf der Havel

Bootssteg in der Krakauer Vorstadt

Bootssteg in der Krakauer Vorstadt

Am Jakobsgraben, Stadtteil Ring

Am Jakobsgraben, Stadtteil Ring

Hauptbahnhof Brandenburg an der Havel

Hauptbahnhof Brandenburg an der Havel

Am Dompegel

Am Dompegel

Bootsanleger im Ortsteil Plaue

Bootsanleger im Ortsteil Plaue

Umgehungsring mit Re-Generationenhaus am Hauptbahnhof

Umgehungsring mit Re-Generationenhaus am Hauptbahnhof

Blick auf die Bauchschmerzenbrücke an der Havel

Blick auf die Bauchschmerzenbrücke an der Havel

Johanniskirche am Salzhofufer

Johanniskirche am Salzhofufer

Einer der 13 Waldmops-Plastiken nach Loriot im Stadtbild

Einer der 13 Waldmops-Plastiken nach Loriot im Stadtbild

Linienstraße, Stadtteil Ring

Linienstraße, Stadtteil Ring

Hauptstraße in der Innenstadt

Hauptstraße in der Innenstadt

Fischer-Reusen auf der Havel

Fischer-Reusen auf der Havel

Am Trauerberg, Stadtteil Ring

Am Trauerberg, Stadtteil Ring

Kirchgasse in der Neustadt

Kirchgasse in der Neustadt

Blick auf Gleis 2 und 3 am Hauptbahnhof

Blick auf Gleis 2 und 3 am Hauptbahnhof

1.000 Jahre Geschichte

Die wechselvolle Geschichte von Brandenburg an der Havel begann vor über 1.000 Jahren. 1170 fand sie erstmals urkundlich als Stadt Erwähnung. Ihre Bedeutung spiegelt sich darin, dass sie einem Bundesland den Namen gab.

 

Heute sind über 400 Gebäude mit historischer Bedeutung in Brandenburg an der Havel zu finden. Dazu gehören das Altstädtische Rathaus mit seinem Roland, das Paulikloster, Kirchen wie die Johannis-, Katharinen- oder Gotthardtkirche sowie der Dom. Letzterer wird nicht umsonst „Die Wiege der Mark“ genannt. Schließlich ist im Dommuseum die Gründungsurkunde des Bistums Brandenburg aus dem Jahre 948 ausgestellt. In einer weiteren Urkunde, die sich im Dom befindet, wird Berlin das erste Mal schriftlich erwähnt. Wenn die Hauptstadt also ein Jubiläum feiert, dann liegt der Grund hier: Brandenburg an der Havel hat Berlin das Stadtrecht gegeben.

 

 

Zweiter Weltkrieg

Die Nähe zu Berlin, die gute Verkehrsanbindung und die Nähe der Stadt Brandenburg zum Wasser waren schon immer bedeutende Faktoren für die Ansiedlung von Industriezweigen. Auch die Nationalsozialisten nutzten diesen Lagevorteil und ließen südlich der Walzwerksiedlung in den Arado-Werken Flugzeuge und im Opelwerk Brandenburg am Silokanal Lkw bauen. Eines der dunkelsten Kapitel der Stadt spielte sich am Nicolaiplatz ab. Am heutigen Verkehrsknotenpunkt befand sich das „Alte Zuchthaus“, das 1933/34 als sogenanntes frühes Konzentrationslager und ab 1939 als Tötungsanstalt im Rahmen des Euthanasie-Programms der Nazis diente. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs richteten Luftangriffe und Bodenkämpfe erhebliche Zerstörungen in der Stadt an, rund 70 Prozent der Industriebetriebe wurden verwüstet.

 

 

Nachkriegszeit und DDR

Einer der größten Betriebe der Stadt, das Stahl- und Walzwerk, überlebte den Krieg beinahe unbeschadet. Nach Kriegsende demontierten es die Sowjets jedoch wegen Reparationsansprüchen komplett. Aber bereits 1949, im Gründungsjahr der DDR, kam es zur Planung, Neuaufbau und Wiederinbetriebnahme des Betriebs, der Brandenburg zur Stadt mit der größten Rohstahlproduktion im Osten machte. In der Hochphase der Stahlproduktion in den 1980er Jahren lebten in der Stadt etwa 95.000 Menschen. Zu DDR-Zeiten entwickelte sich Brandenburg an der Havel außerdem zu einem Polizei- und Armeestandort. Sportlich spielte die Stadt ganz oben mit. Der FC Stahl Brandenburg stieg in der Saison 83/84 in die DDR-Fußballoberliga auf, der höchsten Spielklasse zu dieser Zeit. 1986 qualifizierte sich der Verein sogar für den UEFA-Cup und spielte international. Durch die Nähe der Stadt zum Wasser existieren in Brandenburg zahlreiche Wassersportvereine. So entschied der Deutsche Turn- und Sportbund der DDR, eine internationale Regattastrecke am Beetzsee zu bauen. Von der Eröffnung 1969 bis zur Wende wurden hier jährlich bis zu 24 Sportveranstaltungen im Rudern sowie im Kanu- und Motorbootrennsport ausgetragen, darunter internationale Kanuregatten und Junioren-Wettkämpfe sowie DDR-Meisterschaften. Noch heute finden auf der Regattastrecke nationale und internationale Wettbewerbe statt.

 

 

Wende

Nach der Wende hatte es Brandenburg an der Havel nicht leicht – die Deindustrialisierung machte dem ehemaligen Schwerindustriestandort stark zu schaffen. Viele Ortsbetriebe galten als veraltet, die Treuhand privatisierte oder liquidierte sie. Die Stahlindustrie verschwand somit aus Brandenburg an der Havel. Auch die Textilbranche mit ihren mehr als 2.000 Arbeitsplätzen verschwand beinahe vollständig. Die schwindende Wirtschaft hatte eine sinkende Bevölkerungszahl zur Folge: Heute leben in Brandenburg an der Havel 20.000 Einwohner weniger als in den 1980er Jahren. Die Bundesregierung ernannte die Stadt jedoch kurz nach der Wende im Jahr 1989 zu einer von elf Modellstädten in Ostdeutschland, die eine Städtebauförderung erhielten. Die Havelstadt, in der die Spuren des Krieges zur Wende teilweise noch sichtbar waren, schaffte dank Fördergeldern eine positive Stadtentwicklung.

 

 

Entwicklung

Heute sind in Brandenburg an der Havel mehr als 80 Prozent des Gebäudebestandes sowie des öffentlichen Raumes saniert, viele Gebäude wurden wieder hergerichtet, weiterentwickelt und einer neuen Funktion zugeführt. Im ehemaligen Stahl- und Walzwerk entstand beispielsweise ein Museum mit dem letzten Siemens-Martin-Ofen Westeuropas. Die Kammgarnspinnerei in der Altstadt wandelte sich zu einem modernisierten Arbeits- und Lebensort mit einem Pflegeheim, Ferien- und Eigentumswohnungen sowie Büros und einer Kita. Die alte Spielwarenfabrik der Stadt, deren Blechspielzeug Anfang des letzten Jahrhunderts in die ganze Welt geliefert wurde, ist nun ein zentraler Verwaltungssitz. In den Brennabor-Werken – einst Sitz der Firma Brennabor, dem größtem Hersteller für Kinderwagen in Deutschland und heute noch bekannt für die dort produzierten Fahrräder – befindet sich jetzt eine Kunsthalle. Auch im ältesten Teil der Stadt Brandenburg, auf der Dominsel, verbindet sich mittlerweile Alt und Neu: Die Mühlenwerke, mit deren Schließung 1993 die 800 Jahre alte Tradition des Brandenburger Mühlengewerbes endete, wurden saniert und in Eigentumswohnungen umgewandelt. Genau wie bei den Mühlenwerken erinnert nur noch die charakteristische Backsteinfassade der THB und deren Umfeld an die Historie. Im ehemaligen Kasernenkomplex kamen anfangs preußische Kavalleristen und später bis zur Wende sowjetische Soldaten unter, heute trifft man hier Studenten sowie Angestellte und Beamte der angrenzenden Behörden wie dem Oberlandes- oder dem Arbeitsgericht.

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